Anlass

Zeltfest: die Börse über das ganze Wochenende

Ein Festzelt steht selten für einen Abend. Über drei oder vier Tage hinweg braucht eine Bierbörse eine andere Dramaturgie als bei einer einzelnen Party — sonst nutzt sie sich ab.

Ob Zeltfest, Bierzeltfest oder Festwochenende: Sobald ein Zelt gemietet ist, läuft die Veranstaltung meist über mehrere Tage mit wechselndem Programm. Das ist für eine Bierbörse Chance und Risiko zugleich. Die Chance: Das Konzept spricht sich über die Tage herum, und am letzten Abend wissen alle, wie es funktioniert. Das Risiko: Wer an allen Abenden identisch fährt, langweilt die Stammgäste. Dieser Leitfaden gilt für Zeltfeste jeder Trägerschaft — vom Sportverein über die Feuerwehr bis zum Musikverein.

Aufbau im Zelt: Theken und Sichtachsen

Im Festzelt entscheidet die Sichtbarkeit über den Erfolg. Wer die Kurse nicht sieht, spielt nicht mit — und wer nicht mitspielt, bestellt wie immer.

  • Große Bildschirme oder Beamerflächen an den Zeltstangen in Blickrichtung der Tische
  • Mindestens eine Anzeige direkt über der Theke, für die Wartenden
  • Bei Tageslicht am Nachmittag: Beamer reichen nicht, dann braucht es helle Bildschirme
  • Kabelwege im Zelt vorher planen und abkleben
  • Jede Ausgabestelle bekommt ein eigenes Gerät, alle hängen an derselben Börse

Dramaturgie über mehrere Abende

Variiert bewusst, damit der zweite und dritte Abend nicht wie eine Wiederholung wirken.

  • Erster Abend: ruhigere Einstellung, größere Crash-Abstände, das Publikum lernt das Spiel
  • Hauptabend mit Band: engere Abstände, Crashes an die Pausen der Band koppeln
  • Sonntag oder Ausklang: entspannter fahren, niedrigere Obergrenzen
  • Getränkeauswahl zwischen den Abenden leicht anpassen, wenn ein anderes Publikum kommt
  • Frühschoppen und Mittagstisch grundsätzlich zu festen Preisen

Preisspannen im Zeltbetrieb

Ein Festzelt bewegt große Mengen. Damit der Kurs nicht dauerhaft am Anschlag klebt, gehören die Grenzen enger gesetzt als beim kleinen Vereinsfest.

  • Enge Spanne zwischen Mindest- und Höchstpreis wählen
  • Vier bis sechs Positionen an der Börse, alles Weitere zu Festpreisen
  • Das Hauptbier als Leitposition, sie bestimmt die Wahrnehmung des Preisniveaus
  • Kalkulieren, dass ein spürbarer Teil des Umsatzes zum Crash-Preis über die Theke geht
  • Speisen und Kaffee bleiben außerhalb der Börse

Crash-Regie mit Band oder DJ

Im Zelt braucht der Crash eine Ansage, sonst geht er im Lärm unter. Sprecht das vorher mit der Kapelle ab — sie ist euer wichtigster Verbündeter.

  • Crash mit dem Ende eines Liedes koppeln, nicht mitten hinein
  • Ankündigung über die Anlage, ein bis zwei Minuten Vorlauf
  • Vor dem Crash alle Theken besetzen
  • Bei mehreren Theken: zentral auslösen, nie einzeln
  • Ein bewusst gesetzter Schluss-Crash gegen Ende des Abends funktioniert fast immer

Genehmigungen fürs Festzelt

Sobald ein Zelt eine bestimmte Größe überschreitet, greift die Versammlungsstättenverordnung des jeweiligen Bundeslandes — das ist der Punkt, der am häufigsten unterschätzt wird.

  • Zeltaufbau und Statik vom Verleiher dokumentieren lassen
  • Versammlungsstättenverordnung prüfen, die Schwellen unterscheiden sich je nach Bundesland
  • Gestattung für den Ausschank über alle Festtage
  • Sperrzeitregelung und mögliche Verkürzung mit der Gemeinde klären
  • GEMA für alle Musiktage anmelden
  • Preisauszeichnung sicherstellen: An jeder Theke muss der aktuelle Preis sichtbar sein

Einmal einrichten, mehrere Abende nutzen

Ihr legt eure Getränke einmal an und fahrt die Börse an jedem Festtag hoch und wieder herunter — die Einstellungen bleiben erhalten, Grenzpreise lassen sich zwischen den Abenden anpassen. Beliebig viele Theken hängen an derselben Börse, und nach dem Fest seht ihr pro Abend, was tatsächlich über die Theke ging.

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